Disruptives Marketing

Im Zuge des immer schnelleren technologischen und gesellschaftlichen Wandels steigt die Notwendingkeit für Unternehmen, ihre Strategie im Sinne disruptiven Marketings völlig neu auszurichten. Folgende 10 Trends lassen sich identifizieren:

1. Mobile wird die dominierende Plattform sein. Intelligente Geräte – Smartphones, Tablets, Uhren, tragbare Gadgets, Datenbrillen, Mikrochips, HoloLens und andere – werden die Marketing-Welt neu gestalten und remixen. Wenn wir in eine Welt intelligenter Geräte umziehen, wird das Marketing eine noch persönlichere Kundenbeziehung schaffen. Diejenigen, die es schneller als ihre Konkurrenz tun können, werden in dieser sich entwickelnden Kategorie führen.

2. Transparenz ist Teil aller erfolgreichen Geschäftsbeziehungen. Kunden wollen mehr Engagement von Unternehmen. Unternehmen, die in einem konventionellen Broadcast-Modell eingesperrt sind, werden scheitern. Bis 2020 wird der Kunde noch mehr Transparenz erwarten. Authentische Unternehmen, auch solche, die ihre Fehler zugeben, werden belohnt werden, ebenso wie Unternehmen, die soziale Verantwortung zu einem wesentlichen Teil ihrer Kultur machen. Solche Aktionen helfen ihnen, die Kundenbindung zu festigen.

3. Content ist die neue Währung: Inhalte, vor allem Bildungs-und Entertainment-Inhalte, sind ein zunehmend wichtiger Teil des Lebens der Menschen. Und das wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Weil jedoch Content nicht statisch ist, werden neue Formen wie Virtual Reality, Videospiele, 3D und 4D auf neuen Plattformen entwickelt, tragbare Geräte wie z.B. „HoloLenses“ werden neue Möglichkeiten eröffnen, wie Content gestaltet werden kann.

4. Die Macht immer mehr Benutzer-generierter Inhalte sorgt dafür, dass Marken-Inhaber die Kontrolle über ihre eigenen Kunden verlieren. Von Online-Rezensionen zu Social Media Posts und Blogs, bedeutet dies, dass es ein stärkeres Engagement von Marken erfordern wird, um eine positive Wirkung in den Köpfen der Verbraucher zu schaffen. Als Reaktion auf dieses Modell des nutzergenerierten Contents wird die Content-Co-Kreation zwischen Marken und Konsumenten zum Trend.

5. Soziale Netzwerke werden als Ökosystem das ursprüngliche Internet konkurrieren. Soziale Netzwerke haben das volle Potenzial, nicht nur einer der Kanäle im Web zu werden, sondern ein eigener Kanal. Wir sehen bereits soziale, Interessensgeleteite und ökonomische Spaces, in denen Menschen aus aller Welt auf der Grundlage einer einzigartigen Gemeinsamkeit miteinander verbunden sind. Diese Spaces wachsen dank mobiler, breitbandiger und qualitativ hochwertiger Inhalte auf Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, Tumblr, LinkedIn, Pinterest und Snapchat.

6. Markeninhaber werden als eigene Multimedia-Presse und -Verlage handeln. Durch die Kultivierung einer Marken-Community und -Kultur mit ihren Kunden, werden Marken beginnen, mit ihren Zuschauern zusammenzuarbeiten (im Gegensatz zum versuch, ihnen „nur“ etwas zu verkaufen). Die Schaffung von Loyalisten und Marken-Befürworter steht im Vordergrund. In Zukunft werden die Branding- und Marketing-Bemühungen daraus gespeist, was Kunden reden und wie sie handeln. Kundenreaktionen und Gefühle gegenüber der Marke diktieren die zukünftigen Produktentwicklungen oder -verbesserungen. Wenn die Kunden zufrieden sind, tragen sie gerne den „Hut des Vermarkters“ und tun, was erforderlich ist, um die Marke anderen in ihrem Interesse oder sozialen Gruppen zu bringen.

7. Marken, die sich auf Generation Z konzentrieren, sind im Vorteil. Die Nach-Millennium-Generation wird noch anspruchsvoller sein als ihre Vorgänger, und Marken müssen das anerkennen. Für ältere Unternehmen wird eine Aktualisierung des älteren Marketings auf diese „Millennials“nicht genug sein. Bis 2023 wird es eine deutliche Verschiebung geben: Generation Z wird verlangen, dass Unternehmen für mehr als reinen Profit stehen. Der Kapitalismus ist im Begriff, umgestaltet zu werden, und diejenigen, die allein Profit als ein Zeichen des Erfolgs sehen, werden schmerzlich scheitern.

8. Immer mehr disruptives Marketing werden Produkte erfordern, nicht Services. Während Dienstleistungsunternehmen darauf fokussieren können, zufriedene Kunden zu schaffen und sich über Vertragsverlängerungen oder positive soziale Effekte freuen, beruhen Produktfirmen immer mehr auf laufenden Innovationen. Was im Hier und Jetzt existiert, mag gut sein, aber das, was in der Zukunft existieren kann, muss laufend erheblich verbessert werden.

9. Personalisiertes, datengesteuertes disruptives Marketing wird zur Norm. Es gibt einen Unterschied zwischen datengestütztem disruptivem Marketing und unterbrechungsfreiem Marketing. Während die erste Beziehung beziehungsorientiert ist, Inhalte eine Währung sind, um Vertrauen aufzubauen, ist das letztere nichts anderes als Old-School-Push-Messaging in einem glänzenden neuen digitalen Aufmacher. Vermarkter, die sich darauf konzentrieren, Beziehungen zu guten Produkten aufzubauen, werden belohnt, während schnelle Vermarkter mit schäbigen Produkten und schlechtem Service geächtet werden.

10. Algorithmen werden immer präziser. Immer noch messen die meisten Unternehmen ihren Marketing-Erfolg über hohle Metriken wie Impressionen, Likes, Aktienkurse oder die Preisakzeptanz. Die Zukunft wird Zeuge des Aufstiegs von immer besseren analytischen Instrumenten die den Vermarktern helfen, den Erfolg in Bezug auf emotionale und kulturelle Relevanz zu messen, Kundenbeziehungen zu festigen und laufende Daten für die Produktentwicklung zu gewinnen.

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Neue Unternehmensgesetze liberalisieren Firmennamen

Die Chancengleichheit in europäischen Wettbewerb bringt auch steigende Anforderungen im Zuge der Namensfindung mit sich.

In ganzen EU-Raum werden die Handels- und Unternehmensgesetze novelliert. Viele Regelungen konnten den Anforderungen des modernen Wirtschaftslebens nicht mehr gerecht werden. Ein zentraler Punkt ist die Neuregelung der Firmenbildung: Bisher waren Unternehmen bei der Wahl ihres Namens stark eingeschränkt, Personenfirmen und Personengesellschaften mussten den Namen des Unternehmens bzw. des haftenden Gesellschafters enthalten. Für Kapitalgesellschaften war eine Sachfirma, für die GmbH eine Personen- oder Sachfirma vorgeschrieben. Auf diesen Zwang wird nun verzichtet: Im Sinne der Gleichstellung im europäischen Wettbewerb sind nun für alle Unternehmen grundsätzlich Namens- aber auch Sach- und Fantasiefirmen zulässig. Die Firma muss zur Kennzeichnung des Unternehmens geeignet sein und Unterscheidungskraft besitzen. An diesem Punkt kommt man allerdings in der Praxis rasch an Grenzen: Viele Eigennamen und Sachfirmen werden bereits verwendet.

Fantasienamen als Lösung

So entdecken viele Firmengründer in ganz Europa die Vorzüge von Fantasienamen. Der erste Versuch führt oft über Abkürzungen. Doch unaussprechliche Zeichen- oder Buchstabenkombinationen gelten nach dem UGB nicht als Fantasienamen. Hinzu kommt, dass diese Kombinationen auch für Kunden nicht merkbar sind und das Auffinden des Unternehmens im Internet beinahe unmöglich machen. Es gilt also, geeignete Fantasiewörter zu finden – das ist allerdings leichter gesagt als getan. Hier lohnt es sich, einen Experten hinzuzuziehen. Denn neben der rechtlichen Schützbarkeit weisen gute Fantasienamen viele weitere Vorteile auf: Sie sind von Beginn an mit positiven Anmutungen besetzt – müssen nicht mehr langwierig mit mühsamer und teurer Kommunikationsarbeit „aufgeladen“ werden. Zunehmend schwierig ist auch der Erhalt aller künftig benötigten Domains. Guten Namen sind natürlich auch in allen Zielländern schützbar und leicht aussprechbar. Immer wichtiger wird in der globalisierten Wirtschaft auch der Bedeutungsgehalt – hier ist auch die Umgangsprache zu prüfen. Bekannte Flops wie Uno (finnisch für Trottel) zeigen, dass eine Prüfung im jeweiligen Lexikon nicht genügt. Ist der Name gefunden, erweist er sich zunehmend als wichtige Wertanlage: Mit bis über 90% des Unternehmenswertes stellt er eine der wichtigsten betrieblichen Investitionen dar – und ist dabei äußerst pflegeleicht, nimmt keine Lagerflächen in Anspruch und gewinnt mit dem Alter an Attraktivität.

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