
Die Geschichte eines Produktes oder Unternehmens liefert wesentliche Informationen hinsichtlich der Themen Identität und Authentizität. Je länger die Geschichte, desto mehr wird dieser Aspekt bedeutsam. Bei Neuprodukten oder Neuunternehmen besteht diesbezüglich noch Gestaltungsspielraum. Im Sinne eines Story Branding oder Perception Marketings kann es sinnvoll sein, eine Story zu entwickeln. So wurde beispielsweise der Name Jajah für das erfolgreiche internationale Telekommunikationsunternehmen, das in der Sprache der Aboriginies „Kniekehle“ bedeutet mit einer Story aufgeladen: Jajah Watumba wurde als der Erfinder der ersten Form der Telekommunikation (es war tatsächlich ein australischer Stamm, der den so genannten bull-roarer erfand) gelauncht, sein gleichnamiger Urenkel als Verfasser des Manifestes für eine befreite Kommunikation. Der Launch war so überzeugend, dass Watumba als Key-Note-Speaker bei internationalen Kongressen vorgeladen wurde. Der Jahah-Vorstand musste die Veranstalter immer wieder vertrösten, Jajah Watumba sei wieder im Outback unterwegs und derzeit nicht erreichbar. Mit dieser Story wurde die Marke Jajah mit einen Mythos aufgeladen, der Verkauf des ursprünglich österreichischen und in nur 4 Jahren hochgezogenen Unternehmens erbrachte 2009 über 200 Millionen Dollar. Hauptentscheidend für die Namenswahl waren ursprünglich die Kriterien Kürze, internationale rechtliche Unbedenklichkeit, Merkbarkeit (leicht zu googeln) und ein seltener Anfangsbuchstabe. Es gelang, einen quasi reinen Phantasiebegriff mit Assoziationen aufzuladen.